Wissenschaftliche Methodik & Standards
Wie bewertet Greentrition Lebensmittel? Welche wissenschaftlichen Kriterien liegen unseren Algorithmen zugrunde? Erfahre hier alles über unsere Datenquellen, Prüflogiken und redaktionellen Leitlinien.
1 Der 5-Säulen-Verträglichkeits-Algorithmus
Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten sind biochemisch grundverschieden. Es existiert keine universelle „gute“ oder „schlechte“ Zutat. Deshalb analysiert Greentrition jedes Produkt getrennt nach fünf unabhängigen physiologischen Säulen:
1. Histamin & biogene Amine
Bewertung nach der SIGHI-Klassifikation (Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz, Stufen 0 bis 3). Analyse von Reifegrad, mikrobieller Fermentation, Histaminliberatoren (z.B. Tomaten, Erdbeeren) und DAO-Blockern (z.B. Theobromin, Alkohol).
2. Fruktose & Zuckeralkohole
Prüfung des Fruktose-Glukose-Verhältnisses sowie Gehalt an Polyolen (Sorbit E420, Xylit E967, Maltit E965). Ein Glukoseüberschuss verbessert die intestinale Absorption via GLUT-2; freie Fruktose und Sorbit blockieren den GLUT-5-Transporter.
3. Laktose (Milchzucker)
Prüfung auf Milchbestandteile, Molkenerzeugnisse, Milchpulver und deklarierten Restlaktosegehalt. Lebensmittel mit < 0,1 g Laktose pro 100 g gelten per Definition als laktosefrei und werden differenziert eingestuft.
4. Gluten & Zöliakie-Risiko
Identifikation von Glutenquellen gemäß EU-LMIV (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer) und Abgleich mit den Richtlinien der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) inklusive Spuren- und Kreuzkontaminationswarnungen.
5. FODMAPs (Fermentierbare Kohlenhydrate)
Klassifikation nach dem Forschungskatalog der Monash University (Melbourne). Erkennung von Fruktanen (Zwiebelgewächse, Weizen), Galaktooligosacchariden (GOS in Hülsenfrüchten) und Polyolen, die bei Reizdarm-Patienten zu rascher bakterieller Gasbildung führen.
2 Datenbasis & LMIV-Transparenz
Greentrition generiert keine Zutaten oder Kennzeichnungen durch spekulative KI-Modelle. Unsere Produktdatenbank speist sich aus verifizierten Herstellerdeklarationen gemäß europäischer Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV, VO (EU) Nr. 1169/2011).
- Primärquelle: Direkte Abfrage standardisierter LMIV-Herstellerregister im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (über 93.000 Artikel).
- Sekundärquelle: Internationaler Abgleich mit dem Open Food Facts Register für Nischen- und Importmarken.
- Zusatzstoff-Radar: Automatisierter Abgleich aller deklarierten E-Nummern gegen die toxikologischen und ernährungsmedizinischen Risikoprofile der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).
3 Wissenschaftliche Referenzen & Fachliteratur
Unsere Richtwerte und Verträglichkeits-Kategorisierungen stützen sich auf anerkannte internationale Leitlinien:
- SIGHI (Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz): Therapie und Verträglichkeitsliste Histamin-Intoleranz. Referenztabelle für biogene Amine und Liberatoren (Version 2021/2023).
- Monash University Department of Gastroenterology: The Low FODMAP Diet for Irritable Bowel Syndrome. Wissenschaftliche Analysedaten zur Fermentation kurzkettiger Kohlenhydrate.
- Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): S2k-Leitlinie zum Management unerwünschter Nahrungsmittelreaktionen (AWMF-Registernummer 061-030).
- Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG): Leitfaden zur sicheren glutenfreien Ernährung und Vermeidung von Kontaminationen.
4 Redaktionelle Unabhängigkeit & Transparenz
Keine bezahlten Ampeln: Kein Lebensmittelhersteller kann sich in Greentrition eine bessere Bewertung oder eine grüne Ampel erkaufen. Alle Einstufungen erfolgen rein regelbasiert anhand der deklarierten Inhaltsstoffe.
Transparente Kennzeichnung: Mögliche Kooperationen oder Partnerlinks (z. B. zu zertifizierten Reinstoff-Präparaten) sind stets unmissverständlich als solche gekennzeichnet und haben keinerlei Einfluss auf die wissenschaftliche Verträglichkeits-Einstufung.
🛡️ Wichtiger medizinischer Hinweis (§ 3 HWG)
Greentrition ist ein digitales Hilfsmittel für den Alltag und ersetzt keinesfalls eine fachärztliche Untersuchung oder Diättherapie. Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten erfordern eine sorgfältige Ausschlussdiagnostik durch eine Fachärztin oder einen Facharzt (Gastroenterologie / Allergologie). Bei Verdacht auf Zöliakie darf vor der Antikörper- und Dünndarmbiopsie-Diagnostik keine glutenfreie Diät begonnen werden, um falsch-negative Befunde zu vermeiden.
Stand der Methodik: Oktober 2026 • Greentrition Redaktion